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Daten und Fakten

Ausgehend vom Epidemiologischen Suchtsurvey 2015 lebten in Sachsen in der Altersgruppe 15

bis 64 Jahre:

  • 764.000 Raucherinnen und Raucher bezogen auf die letzten 30 Tage
  • 1.917.000 Personen, die in den letzten 30 Tagen Alkohol konsumierten
  • 145.000 Personen, die in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumierten
  • 13.000 Personen, die in den letzten 30 Tagen Stimulanzien konsumierten
  • 444.000 Personen mit einem mindestens wöchentlichen Schmerzmittelgebrauch innerhalb

der letzten 30 Tage

 

Des Weiteren waren folgende Personen von einem klinisch relevanten Substanzkonsum

innerhalb der letzten 12 Monate betroffen:

  • 236.000 Personen mit einem klinisch relevanten Tabakkonsum
  • 493.000 Personen mit einem klinisch relevanten Alkoholkonsum
  • 36.000 Personen mit einem klinisch relevanten Cannabiskonsum
  • 89.000 Personen mit einem klinisch relevanten Medikamentengebrauch

Tabak

In Sachsen kann man anhand von Hochrechnungen mit Daten des ESA von 764.000 Raucherinnen und Rauchern in der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung ausgehen (30-Tage-Prävalenz). Dies entspricht einem Anteil von 30,1 %. Nach wie vor ist der Anteil der Tabak konsumierenden Männer mit 39,4 % fast doppelt so hoch wie der Anteil der Tabak konsumierenden Frauen (20,2 %). Hinsichtlich der altersspezifischen Verteilung zeigte sich, dass unter den 25- bis 39-Jährigen am meisten geraucht wurde (38,5 %). In der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen gaben 8,8 % an geraucht zu haben.

 

Im zeitlichen Verlauf der letzten Jahre kann im Vergleich zum Jahr 1995 insgesamt ein leichter Rückgang der Tabakkonsumierenden beobachtet werden, wobei es im Zeitraum der Jahre von 1995 bis 2015 kontinuierlich mehr Tabak konsumierende Männer als Frauen gab (siehe Abbildung 1)

Diagramm: alt

Trend des Anteils der Tabakkonsumierenden nach Geschlecht, 1995-2015, 18- bis 59-Jährige (30‑Tage-Prävalenz)
(© Epidemiologischer Suchtsurvey 2015)

Alkohol

Von allen Befragten gaben 75,5 % an, in den letzten 30 Tagen Alkohol konsumiert zu haben. Dies entspricht hochgerechnet 1.917.000 Einwohnern. Der Anteil der Männer war höher (80,5 %) als der Anteil der Frauen (70,3 %). Im Hinblick auf die Altersgruppen konsumierten in den letzten 30 Tagen am häufigsten die 40- bis 59Jährigen (80,3 %) und die 18- bis 24Jährigen (79,5 %) Alkohol. Bei Jugendlichen betrug der Anteil der Alkoholkonsumierenden etwas mehr als die Hälfte (53,1 %).

Episodisches Rauschtrinken innerhalb der letzten 30 Tage wurde für 32,5 % der sächsischen

Alkoholkonsumierenden identifiziert. Der Anteil der Männer (46,2 %) war fast dreimal so hoch

wie der Anteil der Frauen (16,1 %). Episodisches Rauschtrinken zeigte sich besonders häufig bei

den 18- bis 24-Jährigen (41,8 %) und den 60- bis 64-Jährigen (39,8 %).

 

Insgesamt ist seit dem Jahr 1995 zwar ein kontinuierlicher Rückgang der Alkoholkonsumierenden

in der Bevölkerung im Alter von 18 bis 59 Jahren im Freistaat Sachsen zu beobachten, dieser

bewegt sich jedoch weiterhin auf hohem Niveau. Im Zeitraum zwischen den Jahren 1995 und

2015 war der Anteil der männlichen Alkoholkonsumenten stets höher als der der weiblichen

Alkoholkonsumenten (siehe Abbildung 2).

Medikamente

Der Gebrauch von Medikamenten beinhaltet den Gebrauch vom Arzt verschriebener Medikamente und von Medikamenten, die ohne Verschreibung im Sinne einer Selbstmedikation eingenommen wurden. Der Missbrauch umfasst klinisch relevante psychische und somatische Symptome, die von den Befragten im Zusammenhang mit Medikamenten unabhängig von einer verschreibungsgemäßen Einnahme sowie im Zusammenhang mit der Einnahme nicht verschriebener Medikamente berichtet werden. Hinweise auf Medikamentenmissbrauch gemäß dem Kurzfragebogen zum Medikamentengebrauch (KFM) 35 fanden sich bei 3,5 Prozent der 15- bis 64-jährigen sächsischen Bevölkerung (89.000 Einwohner). Der Anteil der Frauen (4,4 Prozent) war höher als der Anteil der Männer (2,7 Prozent). Am häufigsten zeigten sich Hinweise auf Medikamentenmissbrauch bei den 40- bis 59-Jährigen (4,2 Prozent).

Illegale Drogen (außer Cannabis)

In Sachsen haben 5,9 Prozent der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung (150.000 Einwohner) in ihrem Leben schon einmal eine illegale Droge (außer Cannabis) konsumiert. Diese umfassen Stimulanzien (Amphetamin und/oder Methamphetamin), Ecstasy, LSD, Heroin, Opiate, Kokain, Crack und Pilze. Die Prävalenz der Männer (8,8 Prozent) lag deutlich über der der Frauen (2,8 Prozent). Wie auch beim Konsum von Cannabis fanden sich die höchsten Prävalenzen in den Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen (10,7 Prozent) und der 25- bis 39-Jährigen (14,3 Prozent).
Die 12-Monats-Prävalenz für die Bevölkerung (1,1 Prozent) lag deutlich unter der Lebenszeitprävalenz. Männer (1,7 Prozent) konsumierten in den letzten 12 Monaten häufiger illegale Drogen (außer Cannabis) als Frauen
(0,4 Prozent). Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen (5,0 Prozent) bzw. der 40- bis 59-Jährigen (2,6 Prozent) wiesen die höchste Prävalenz auf.

Cannabis

Im Laufe ihres Lebens hatten 18,3 Prozent der sächsischen Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren 
(465.000 Einwohner) schon einmal Cannabis konsumiert. Der Anteil der Männer (23,3 Prozent) war deutlich höher als der Anteil der Frauen (12,9 Prozent). Die Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen (33,2 Prozent) und 25- bis 39-Jährigen (33,9 Prozent) wiesen die höchste, die Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen (1,3 Prozent) die geringste Prävalenz auf. In den letzten 12 Monaten vor der Befragung hatten 5,7 Prozent der sächsischen Bevölkerung (15 bis 64 Jahre) (145.000 Einwohner) Cannabis konsumiert. Der Anteil der Männer (8,1 Prozent) war höher als der Anteil der Frauen (3,2 Prozent). Am häufigsten wurde unter den 18- bis 24-Jährigen konsumiert (21,2 Prozent). Kein Hinweis auf Cannabiskonsum fand sich in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen.

Glücksspielverhalten
Insgesamt berichteten 37,3 Prozent der 16- bis 70-jährigen Bevölkerung in Deutschland in den letzten 12 Monaten an irgendeinem Glücksspiel teilgenommen zu haben. Die 12-Monats-Prävalenz war im Jahr 2017 bei Männern in jeder Altersgruppe höher als bei Frauen. Der Anteil der Personen, die mindestens ein Spiel in den letzten
12 Monaten vor der Befragung gespielt haben, war in der Altersgruppe der 56- bis 70-Jährigen am höchsten.

Die Anzahl der Personen, die in Deutschland in den letzten 12 Monaten an irgendeinem Glücksspiel teilgenommen haben, ist zwischen den Jahren 2007 und 2017 zurückgegangen und war in den Jahren 2015 und 2017 am niedrigsten (37,3 Prozent). Die Anteile männlicher und weiblicher Teilnehmer an einem Glücksspiel zeigte zwischen den Jahren 2007 und 2017 ähnliche Verläufe.

Internet- und Computerspielnutzung
Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren gaben an im Durchschnitt 22,1 Stunden pro Woche mit Computerspielen und dem Internet zu verbringen. Die 18- bis 25-Jährigen haben sich im Durchschnitt
21,6 Stunden mit Computerspielen und dem Internet aufgehalten. Bei 5,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen ist gemäß der Compulsive Internet Use Scale (CIUS)39 von einer computerspieloder internetbezogenen Störung auszugehen. Weibliche Jugendliche (7,1 Prozent) waren häufiger betroffen als männliche Jugendliche (4,5 Prozent). Der Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit einer computerspiel- oder internetbezogenen Störung betrug 2,8 Prozent. Die Gruppen der Männer und Frauen unterscheiden sich nicht. Die Verbreitung von computerspiel- und internetbezogener Störungen (nach CIUS) war bei den 12- bis 17-Jährigen höher als bei den 18- bis 25-Jährigen.

Die Verbreitung computerspiel- und internetbezogener Störungen hat sich unter 12- bis 17-Jährigen von 2011 bis 2015 erhöht. Bei Jungen ist der Anteil von 3,0 Prozent (2011) auf 5,3 Prozent (2015) angestiegen; bei Mädchen von 3,3 Prozent (2011) auf 6,2 Prozent (2015). Bei den 18- bis 25-Jährigen war der Anteil computerspiel- und internetbezogener Störungen im Jahr 2015 nur etwas höher als im Jahr 2011.