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Gemeinsames Krebsregister (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen

Bevölkerungsbezogene (epidemiologische) Krebsregister sind Einrichtungen zur Erhebung, Speicherung, Verarbeitung, Analyse und Interpretation von Daten über das Auftreten und die Häufigkeit von Krebserkrankungen in definierten Erfassungsgebieten. Krebsregister bieten eine wertvolle Grundlage, um noch mehr über Ursachen und Entwicklung von Krebskrankheiten herauszufinden.

Das Gemeinsame Krebsregister ist das bevölkerungsbezogene Krebsregister für die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen. Es wird als nichtrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts des Landes Berlin geführt und untersteht der Dienst- und Rechtsaufsicht der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales von Berlin. Die Fachaufsicht wird vom Senat von Berlin unter Beteiligung der übrigen ostdeutschen Länder wahrgenommen. Das Gemeinsame Krebsregister erfüllt die Aufgaben, die nach dem Krebsregistergesetz den beteiligten Ländern obliegen.

Im Sinne einer effektiven Krebsregistrierung arbeitet das Gemeinsame Krebsregister

  • mit den Tumorzentren (Klinischen Krebsregistern)
  • mit epidemiologischen (bevölkerungsbezogenen) Krebsregistern anderer Länder und
  • mit dem Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut (Berlin)

zusammen.

Die gesetzliche Basis des Gemeinsamen Krebsregisters ist das Gesetz über Krebsregister (Krebsregistergesetz - KRG) in Verbindung mit dem Staatsvertrag. Das Krebsregistergesetz trat 1995 für eine Laufzeit von fünf Jahren in Kraft und verpflichtete alle Bundesländer, bevölkerungsbezogene Krebsregister einzurichten. 1999 wurde der Staatsvertrag zwischen den am Gemeinsamen Krebsregister beteiligten Bundesländern abgeschlossen. Er sichert das Fortgelten des Krebsregistergesetzes ab 01.01.2000 als Landesrecht. Das Gemeinsame Krebsregister hat damit eine unbefristete gesetzliche Grundlage erhalten. In den Landesgesetzen beziehungsweise Krebsregisterausführungsgesetzen wurden von den am Gemeinsamen Krebsregister beteiligten Ländern die Zustimmung zum Staatsvertrag sowie Meldemodalitäten geregelt. Auf dieser Basis haben alle beteiligten Länder die Meldepflicht für Krebserkrankungen gesetzlich festgelegt.

Die Finanzierung des Gemeinsamen Krebsregisters erfolgt anteilig von den Ländern auf der Berechnungsgrundlage des gerundeten Bevölkerungsanteils der Länder auf der Basis der Bevölkerungszahlen des jeweils  vorvergangenen Jahres (laut Angaben des Statistischen Bundesamtes).

Laut Krebsregistergesetz gibt es für Ärzte und Zahnärzte zwei Meldewege:

  • die direkte Meldung einer Krebserkrankung an das Gemeinsame Krebsregister - Meldeunterlagen
  • die Meldung über ein Tumorzentrum/Klinikregister an das Gemeinsame Krebsregister

Von den am Gemeinsamen Krebsregister beteiligten Ländern wird seit 1995 der Meldeweg über regionale Tumorzentren, klinische Krebsregister, Nachsorgeleitstellen beziehungsweise onkologische Schwerpunkte favorisiert.

Die Richtlinie des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen über eine Aufwandsentschädigung für Meldungen an das Gemeinsame Krebsregister und über das Meldeverfahren vom 31.03.2008 regelt die Zahlung einer Aufwandsentschädigung für vollständige Meldungen an das Gemeinsame Krebsregister.