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Kinder- und Jugendärztlicher Dienst

In den letzten Jahren haben Sprachentwicklungsauffälligkeiten, Beeinträchtigungen der Motorik und Verhaltensauffälligkeiten bei Vorschulkindern deutlich zugenommen. Alle eventuell notwendigen Behandlungsmaßnahmen sind umso wirksamer, je früher und je konsequenter sie durchgeführt werden. Deshalb wurde 2003 eine Untersuchung von Kindern im 4. Lebensjahr (zwischen dem 3. und 4. Geburtstag) in den Kindertageseinrichtungen Sachsens eingeführt. Die Kinder- und Jugendärztin/der Kinder- und Jugendarzt und ihre/seine Assistentin überprüfen die Seh- und Hörfähigkeit des Kindes sowie seine Beweglichkeit und das Sprachvermögen.

Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzliche Grundlage dieser Untersuchungen im Kindergarten ist Paragraf 7 des Sächsischen Gesetzes zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen. Die Teilnahme daran ist freiwillig und die Eltern können gern dabei sein. Auf deren Wunsch hin beziehungsweise mit deren Zustimmung kann auch die Erzieherin anwesend sein. Das Ergebnis der Untersuchung wird den Eltern zur Untersuchung oder schriftlich mitgeteilt.

Gesetzliche Grundlagen für Untersuchungen während der Schulzeit sind Paragraf 26 a Schulgesetz für den Freistaat Sachsen und Paragraf 5 Schulgesundheitspflegeverordnung. Die Kinder- und Jugendärztin/der Kinder- und Jugendarzt des zuständigen Gesundheitsamtes führt diese Untersuchung in der 2. oder 3. Klasse in der Grundschule sowie in der 6. Klasse in der Oberschule oder im Gymnasium durch.

Der Kinder- und Jugendarzt des Gesundheitsamtes untersucht:

  • den physischen Entwicklungsstatus
  • die für das Erlernen der Kulturtechniken notwendign Wahrnehmungsleistungen
  • die Konzentrationsfähigkeit und die Belastbarkeit
  • die Fein- und Grobmotorik
  • das Niveau der Sprachentwicklung
  • den Ernährungszustand
  • den Haltungs- und Bewegungsapparat
  • Hinweise auf psychosoziale Auffälligkeiten und auf ansteckende oder chronische Krankheiten

Das Ergebnis wird den Eltern direkt bei der Untersuchung oder durch einen schriftlichen Kurzbericht mitgeteilt. Auf Wunsch können die Eltern bei der Untersuchung anwesend sein. Die Eltern können diese Untersuchungen auch bei ihrem Kinder-/Hausarzt durchführen lassen. In diesem Fall tragen sie die Kosten der Untersuchung.

Ziele

Anliegen der Schulgesundheitspflege ist es, Gesundheits- und Entwicklungsstörungen mit besonderer Bedeutung für einen erfolgreichen Schulbesuch frühzeitig zu erkennen und die Schüler und Eltern hinsichtlich notwendiger medizinischer und therapeutischer sowie die Schule hinsichtlich schulischer Fördermaßnahmen zu informieren. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Erkennung und Verhütung von Zahnerkrankungen.