Workshop 05.11.2009
Bericht zum 4. Workshop des Sächsischen Gesundheitsziels »Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen« am 05.11.2009 in Dresden
Der 4. Workshop zum Sächsischen Gesundheitsziel »Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen« betrachtete in diesem Jahr Erwerbslosigkeit in Bezug auf Chancengleichheit und soziale Lebenslagen. Mehr als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Grundsicherungsträgern, Gesundheitsämtern, Bildungs- und Beschäftigungsträgern, Vereinen und wissenschaftlichen Einrichtungen folgten der Einladung zum gemeinsamen Informationsaustausch.
Einkommen, Bildung und Beruf erweisen sich als wesentliche Einflüsse auf die gesundheitliche Lage der Bevölkerung und bedingen den sozialen Status. Lang anhaltende Erwerbslosigkeit stellt dabei in Deutschland einen der wesentlichen Risikofaktoren für Armut und damit einhergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen dar. Langzeiterwerbslosigkeit schränkt häufig nicht nur die eigenen sozialen Kontakte, Freizeitaktivitäten und das gesundheitliche Befinden der Betroffenen ein, sondern auch das von deren Kindern. Einen breiten Überblick zu diesem Aspekt der sozialen Benachteiligung mit gesundheitlichen Auswirkungen, die sich über mehrere Generationen erstrecken können, gab Frau Prof. Grande (HTWK Leipzig). Befunde aus der Sächsischen Längsschnittstudie, vorgetragen durch Herrn Dr. Berth (Uniklinikum Dresden), untermauerten den Zusammenhang zwischen geringem schulischen Bildungserfolg, häufiger Erwerbslosigkeit und schlechterem gesundheitlichen Befinden innerhalb einer untersuchten Jahrgangsgruppe. Frau Prof. Bergmann (TU Dresden) stellte, abgeleitet aus einer differenzierten Zielgruppenanalyse, Interventionsansätze für junge Erwerbslose dar.
Interventionen, die Qualifizierung und Bildung, auch mit gesundheitsbezogenen Inhalten, in den Mittelpunkt stellen sowie auf die Zielgruppen abgestimmte Angebote vermitteln, versprechen die stärksten Erfolge. In den Beiträgen am Nachmittag wurden Ansatzpunkte aus Praktikersicht vermittelt. Dabei wurden der generationsübergreifende Blick sowie die Betrachtung verschiedener Altersgruppen weiterhin beibehalten. Dem Setting Kindertageseinrichtungen und seine Möglichkeit, Chancengleichheit bereits im Vorschulalter zu fördern, widmet sich Herr Wiere (apfe e. V.). Auf eine andere Altersgruppe ging Frau Günthel (ARGE Dresden) in ihrem Vortrag zur Situation langzeitarbeitsloser Jugendlicher ein. Ansätze, welche den breiten Querschnitt der Bevölkerung im Quartier einbeziehen, wurden von Herrn Habermann (Quartiersmanagement Sachsen) vorgetragen.
Im Anschluss an die Vorträge wurde symbolisch der »Ball« von der Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie der TU Dresden, die bisher mit der externen Koordination des Gesundheitsziels betraut war, an die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. übergeben. Die Impulse aus den Vorträgen boten die Grundlage für eine angeregte Diskussion mit den Workshopteilnehmern. Unter anderem wurde als Aufgabe für das Gesundheitsziel herausgestellt, dass es auch weiterhin eine Plattform für Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen unterschiedlichen Akteuren bieten solle.
Die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. hat eine weitere Zusammenfassung des Workshops sowie die einzelnen Vorträge auf ihrer Website für Interessierte bereit gestellt.

Veranstalter: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
Inhaltliche Leitung und Moderation: Frau Dipl.-Psych. Susann Mühlpfordt (TU Dresden)
Organisation: Frau Dipl.-Psych. Susann Mühlpfordt (TU Dresden) und Frau Elke Oehler (SMS)
Weitere Förderung durch:


