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Komplementäre und ambulante psychiatrische Versorgung

Für die komplementäre und ambulante Versorgung gelten die Prinzipien, Hilfen möglichst gemeindenah und bedarfsdeckend anzubieten, der Ausgrenzung psychisch kranker, suchtkranker und behinderter Menschen entgegenzuwirken und soweit wie möglich Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln. Zu diesem Zwecke wurden in allen Landkreisen und kreisfreien Städten gemeindepsychiatrische Verbunde aufgebaut, in denen entsprechend den jeweiligen örtlichen Erfordernissen stationäre, komplementäre, rehabilitative und ambulante Einrichtungen und Dienste bedarfsgerecht geschaffen und profiliert wurden. Die Grundbausteine eines solchen gemeindepsychiatrischen Verbundes sind:

  • Sozialpsychiatrische Dienste (ambulanter psychiatrischer Beratungs- Diagnose-, Kriseninterventions-, Behandlungs- und Betreuungsdienst, der sowohl im Vorfeld stationärer psychiatrischer Behandlung wie auch im Bereich der Nachsorge und langfristigen Betreuung chronisch psychisch kranker Menschen tätig wird),
  • Suchtberatungs- und -behandlungsstellen,
  • Kontakt- und Beratungsstellen (niedrigschwelliges Beratungs- und Kommunikationsangebot für chronisch psychisch kranke Menschen),
  • Psychosoziale Arbeitsgemeinschaften als fachliche Beratungsgremien der Landkreise und kreisfreien Städte und
  • Psychiatriekoordinatoren.

Sozialpsychiatrischer Dienst

In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt gibt es gegenwärtig mindestens einen sozialpsychiatrischen Dienst, der in der Regel durch einen Facharzt oder eine Fachärztin für Psychiatrie geleitet wird. Insgesamt arbeiten in Sachsen zurzeit 13 solcher Dienste. Daneben bieten 46 psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen sowie 45 Suchtberatungs- und Behandlungsstellen fachlich qualifizierte Hilfen für psychisch kranke und suchtkranke Mitbürger an. Von zentraler Bedeutung für die ambulante Versorgung von psychisch erkrankten Menschen sind mehr als 200 in freier Niederlassung tätige Fachärzte und Fachärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapie, für Psychiatrie und Neurologie oder für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Darüber hinaus sind etwa 275 ärztliche Psychotherapeuten und mehr als 600 niedergelassene psychologische Psychotherapeuten in Sachsen tätig. Seit dem 01.04.2001 sind auch die psychiatrischen Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern - neben den Fachkrankenhäusern - zur ambulanten Behandlung in Institutsambulanzen berechtigt. Darüber hinaus existieren spezialisierte Fachdienste wie beispielsweise Krisendienste und Fachberatungsstellen für die berufliche Wiedereingliederung psychisch Kranker - die sogenannten Psychosozialen Dienste.

Betreute Wohnformen

In betreuten Wohnformen steht die Rehabilitation der psychisch kranken Menschen im Vordergrund. Ihnen wird geholfen, Alltagskompetenzen und soziale Fähigkeiten zu entwickeln, um sie je nach ihren Möglichkeiten für ein Leben unter möglichst normalen Umständen in der Gemeinde zu befähigen. Grundprinzip ist eine den individuellen Erfordernissen der Betroffenen angepasste Durchlässigkeit von der sozialtherapeutischen Wohnstätte, über Außenwohngruppen bis hin zu betreutem Einzelwohnen. Derzeit stehen über 1.320 Plätze in Wohnstätten für chronisch psychisch Kranke und über 370 Plätze für chronisch mehrfachgeschädigte Abhängigkeitskranke (CMA) zur Verfügung. Ambulant betreutes Wohnen wird - vorrangig vom Landeswohlfahrtsverband Sachsen - etwa 1.800 chronisch psychisch kranken Menschen gewährt.

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