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TSE und BSE

08.12.2016 - Erlass des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Durchführung des TSE/BSE-Monitorings in Sachsen im Jahr 2017

Per E-Mail
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
poststelle@lua.sachsen.de

Sächsische Tierseuchenkasse
info@tsk-sachsen.de

Landesdirektion Sachsen
Tierseuchen@lds-sachsen.de

nachrichtlich:
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
poststelle@smul.sachsen.de

 

1. Untersuchung – Zuständigkeit LÜVA

Im Rahmen des Monitorings sind gemäß Artikel 6 Abs. 1 i. V. m. Anhang III Kapitel A Teil I Nummern 2.1, 2.2, 3 und 4 der Verordnung (EG) Nr. 999/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 147 vom 31.05.2001, Seite 1) in der geltenden Fassung sowie §§ 1, 1a und 3 TSE-Überwachungsverordnung vom 13. Dezember 2001 (BGBl. I s. 3631, die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 3. Mai 2016 (BGBl. I S. 1057) geändert worden ist, verendete sowie notgeschlachtete Rinder ab einem Alter von 48 Monaten, gesundgeschlachtete Tiere aus Ländern, die nicht im Anhang der Entscheidung 2011/358/EU gelistet sind ab einem Alter von 30 Monaten sowie Schafe und Ziegen gemäß Anhang III Kapitel A Teil II Nummer 2 und 3 der VO (EG) 999/2001 gemäß Stichprobenplan zu untersuchen (Stichprobenplan ergeht separat).
Das zuständige Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) übersendet die Proben an die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen des Freistaates Sachsen (LUA).

 

2. Durchführung der Tests – Zuständigkeit LUA

a) Die LUA untersucht die eingesendeten Proben gemäß § 9 SächsAGTierGesG und übermittelt die Befunde an das LÜVA.

b) Die LUA berichtet jeweils zum 8. eines Monats dem SMS über die durchgeführten Untersuchungen im Rahmen der BSE/TSE-Untersuchungsstatistik des Bundes.

c) Die LUA teilt der Tierseuchenkasse für jede Untersuchung die Tierhalter, die Anzahl der Untersuchungen pro Tierhalter und die Kosten für die durchgeführten Untersuchungen mit. Die Abrechnung der Untersuchungsleistungen und die Kostenmitteilung erfolgt quartalsweise bis 20. des Folgemonats nach Quartalsende an die Tierseuchenkasse (Kostenmitteilung).

 

3. Kostentragung – Zuständigkeit Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS)

Die Kosten der Untersuchung trägt abzüglich der Kofinanzierung der Europäischen Union der Freistaat Sachsen auf der Grundlage des § 29 SächsAGTierGesG für Monitoringtiere nach Nummer 1 und unter Berücksichtigung der Vorgaben nach Nummer 4 (Beihilferegelung).

 

4. Gewährung von Beihilfen zu den Kosten für die Verhütung, Bekämpfung und Tilgung von Tierseuchen durch den Freistaat Sachsen nach Artikel 26 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 – Zuständigkeit Tierhalter und Sächsische Tierseuchenkasse

a) Die Übernahme der Kosten nach Nummer 3 entspricht der Gewährung einer Beihilfe an den Tierhalter. Diese Beihilfe ist durch den Tierhalter vor Beginn der Maßnahme zu beantragen.

b) Die Sächsische Tierseuchenkasse wird beauftragt, die Anträge nach Buchstabe a Satz 2 zu erfassen. Die Erhebung erfolgt mittels Formular der Sächsischen Tierseuchenkasse »Antrag auf die Gewährung von Beihilfen für den Zeitraum vom 01.01.2017 bis 31.12.2017« im Rahmen der Tierbestandmeldung.

c) Grundsätze:
Dieser Erlass regelt die Voraussetzungen, nach denen Beihilfen zu den Kosten für die Verhütung, Bekämpfung und Tilgung der Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE) bei Rindern, Schafen und Ziegen durch den Freistaat Sachsen außerhalb der in den §§ 15 und 16 Abs. 4 Satz 2 TierGesG geregelten Fälle gewährt werden und nach Artikel 26 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 der Kommission vom 25. Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Arten von Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (ABI. L 193 vom 1. Juli 2014, S. 1) freigestellt sind.
Beihilfen nach Artikel 26 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 können nur nach Maßgabe der Vorgaben dieser Verordnung gewährt werden. Danach gelten neben den Ausschlusstatbeständen nach Nummer 4 Buchstabe d dieses Erlasses insbesondere folgende allgemeine Grundsätze:

(1) Die Beihilfen sind für Vorbeuge-, Bekämpfungs- undTilgungsmaßnahmen gegen TSE und BSE zu leisten, die im Rahmen von unions- oder bundesrechtlichen Vorschriften zur Verhütung, Bekämpfung und Tilgung der Tierseuchen BSE und TSE durchgeführt werden und

i. als Teil eines unionsweiten, nationalen oder vom Land erlassenen öffentlichen Programms zur Verhütung, Bekämpfung oder Tilgung der betreffenden Tierseuche oder

ii. einer auf öffentliche Anordnung durchgeführten Dringlichkeitsmaßnahme.

(2) Die betreffende Tierseuche muss in der Liste der Tierseuchen der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE-Liste) oder der Liste der Tierseuchen und Zoonosen gemäß den Anhängen I und II der Verordnung (EU) Nr. 652/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 (ABI. L 189 vom 27. Juni 2014, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung aufgeführt sein.

(3) Begünstigte sind Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere in der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätige Unternehmen (KMU) im Sinne des Anhangs I der Verordnung (EU) Nr. 702/2014.

(4) Die Beihilfe und sonstige vom Beihilfeempfänger erhaltene Zahlungen, einschließlich der Zahlungen im Rahmen anderer nationaler und unionsweiter Maßnahmen oder Versicherungspolicen für dieselben beihilfefähigen Kosten, sind auf 100% der beihilfefähigen Kosten begrenzt.

(5) Die Beihilfen haben einen Anreizeffekt im Sinne des Artikels 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014, es sei denn, ein Anreizeffekt ist nach Artikel 6 Abs. 5 Buchst. d der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 nicht erforderlich oder wird als gegeben angesehen.

(6) Die Mehrwertsteuer ist nicht beihilfefähig, es sei denn, sie wird nicht nach nationalem Mehrwertsteuerrecht rückerstattet (Artikel 7 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014).

(7) Beihilfefähige Kosten werden binnen vier Jahren nach deren Entstehung ausgezahlt (Artikel 26 Abs. 6 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014).

(8) Nach der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 freigestellte Beihilfen dürfen nicht mit Deminimis-Beihilfen für dieselben beihilfefähigen Kosten kumuliert werden, wenn durch diese Kumulierung die in der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 festgelegten Beihilfeintensitäten oder Beihilfehöchstbeträge überschritten würden.

d) Ausschlusstatbestände:

(1) Die Gewährung einer Einzelbeihilfe ist unzulässig, wenn ein Beihilfeempfänger einer Rückforderungsanordnung aufgrund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen ist (Artikel 1 Abs. 5 Buchst. a der Verordnung (EU) Nr. 702/2014).

(2) Eine Beihilfe wird nicht gezahlt, wenn festgestellt wird, dass die Tierseuche vom Beihilfeempfänger absichtlich oder fahrlässig verursacht wurde (Artikel 26 Abs. 12 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014).

(3) Für Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne des Artikels 2 Abs. 14 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 werden keine Beihilfen gewährt, sofern nicht ein in Artikel 1 Abs. 6 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 geregelter Ausnahmetatbestand einschlägig ist (Artikel 26 Abs. 6 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014).

(4) Die Beihilfe darf keine Maßnahmen betreffen, deren Kosten nach Unionsrecht von den Beihilfeempfängern selbst zu tragen sind, es sei denn, die Kosten solcher Beihilfemaßnahmen werden in voller Höhe durch Pflichtabgaben der Beihilfeempfänger ausgeglichen (Artikel 26 Abs. 2 Satz 2 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014).

e) Gegenstand der Beihilfe:

EU-Verordnung zur Bekämpfung von Tierseuchen  Verordnung (EG) Nr. 999/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2001 mit Vorschriften zur Verhütung, Kontrolle und Tilgung bestimmter transmissibler spongiformer Enzephalopathien (ABI. L 147 vom 31.5.2001, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung
Zweck  Maßnahmen der Bekämpfung und Tilgung von TSE
 Art der Beihilfe / behilfefähige Kosten  Übernahme der Kosten für TSE- und BSE-Tests bei verendeten oder getöteten Rindern, Schafen und Ziegen
 Beihilfeintensität  100 %

f) Beihilfeverfahren:

(1) Voraussetzung für die Gewährung der Beihilfe ist die Stellung eines schriftlichen Antrags vor Beginn der Maßnahme. Der Antrag muss die in Artikel 6 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 aufgeführten Mindestangaben enthalten.

(2) Für die Antragstellung ist das Formblatt der Sächsischen Tierseuchenkasse im Rahmen der Tierbestandsmeldung zu verwenden.

(3) Die Beihilfen werden in Form von Sachleistungen durch bezuschusste Dienstleistungen gewährt und dem Anbieter der Verhütungs- bzw. Tilgungsmaßnahmen ausbezahlt (keine direkte Zahlung von Geldbeträgen an die Tierhalter).

(4) Erhaltene Förderungen können im Einzelfall gemäß Artikel 13 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 von der Europäischen Kommission geprüft werden

g) Transparenzverpflichtung:

Spätestens ab dem 1. Juli 2016 müssen die in Artikel 9 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 genannten Informationen unter Beachtung von Artikel 9 Abs. 4 in Verbindung mit Anhang III der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 auf einer zentralen Beihilfe-Website veröffentlicht werden. Unter anderem ist hierbei über jede gewährte Einzelbeihilfe und den Namen ihres Empfängers zu informieren, wenn der Beihilfeempfänger in der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätig ist und die Einzelbeihilfe 60 000 Euro überschreitet.

 

5. Geltungsdauer
Dieser Erlass gilt für das Jahr 2017.

 

Dr. Michael Richter
Referatsleiter

 

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