Workshop 15.11.2007
Bericht zum 2. Workshop des Gesundheitsziels »Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen mit dem Ziel des Erhalts der Erwerbsfähigkeit« am 15.11.2007 in Dresden
Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) veranstaltete am 15. November 2007 den 2. Workshop zum Sächsischen Gesundheitsziel »Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen mit dem Ziel des Erhalts ihrer Erwerbsfähigkeit«. Anliegen war es, den aktuellen Umsetzungsstand des Gesundheitsziels zu dokumentieren und darüber hinaus weitere sächsische Projekte vorzustellen.
Dass das Thema auf breite Resonanz traf, zeigte die Vielfalt der Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus verschiedensten Bereichen der Beschäftigungs- und Gesundheitsförderung. Etwa 80 Gäste nutzten den Tag, um in einen regen Austausch miteinander zu treten, Projekte, Ansätze und Erfahrungen zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen vorzustellen.
Frau Dr. Eberhard, Referatsleiterin im SMS, eröffnete die Veranstaltung. Die Zuhörer wurden mit den Strukturen und dem Anliegen des sächsischen Gesundheitszieleprozesses bekannt gemacht.
Der Vortrag von Herrn Prof. Richter von der Technischen Universität Dresden (TU Dresden) bot einen Überblick über wesentliche Zusammenhänge zu Arbeitslosigkeit und Gesundheit. Herr Dr. Berth vom Universitätsklinikum Dresden stellte aktuelle Ergebnisse der Sächsischen Längsschnittstudie vor, die ursprünglich nicht mit dem Ziel gestartet war, Aussagen zu Auswirkungen von Arbeitslosigkeit treffen zu können. Frau Mühlpfordt und Frau Rothländer (TU Dresden) zeigten die Evaluationsergebnisse eines psychosozialen Trainings für Arbeitslose. Die Evaluation und Umsetzung dieses »AktivA«-Trainings werden aktuell durch das SMS gefördert.
Zahlreiche AktivA-Multiplikatoren aus verschiedenen sächsischen Bildungs- und Beschäftigungseinrichtungen befanden sich im Publikum, so dass bereits im ersten Teil des Workshops ein lebhafter Dialog angeregt werden konnte.
Als Gastreferentin sprach Frau Dr. Köster von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie ermutigte alle, ihre Projekte zu dokumentieren und zu evaluieren. Die BZgA vermittelt transparent Kriterien guter Praxis. Projekte, die sich daran messen können, stehen in einer bundesweit zugänglichen Datenbank informativ zur Verfügung.
Den Vormittag beschloss Herr Darmstadt vom BKK-Landesverband Ost, der die Arbeitsgruppe »Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen« vertrat. Diese Arbeitsgruppe aus Akteuren der Politik, Gesundheitsförderung, Wohlfahrtspflege, Wissenschaft sowie Arbeits- und Beschäftigungsförderung ist in das Gesundheitsziel eingebunden und erarbeitet Umsetzungsmöglichkeiten.
Die Veranstalter waren daran interessiert, dass sich regionale Modellprojekte aus den Kommunen und einzelner Einrichtungen präsentierten. Da Arbeitslosigkeit selbst ein Risikofaktor für Befindensbeeinträchtigungen ist, geht das Verständnis von Gesundheitsförderung über das Angebot von verhaltenspräventiven Maßnahmen hinaus. In den drei parallel laufenden Workshops standen die Themen Vernetzung und Gestaltung von Tätigkeiten auch außerhalb der Erwerbsarbeit im Mittelpunkt.
Im Workshop 1 stellten einzelne gemeinnützige Einrichtungen ihre Beratungs- und Bildungstätigkeiten vor und zeigten die notwendige Vernetzung mit weiterführenden und ergänzenden Angeboten freiwilliger sinnstiftender Tätigkeiten.
Im Workshop 2 wurde eindrücklich über den Einfluss der Tätigkeitsgestaltung auf Gesundheitsförderung und Qualifizierung im Arbeitsprozess referiert und diskutiert. Eine aktuelle Studie zu Arbeitsgelegenheiten bei den Verkehrsbetrieben der Stadt Leipzig konnte vorgestellt werden.
Der Workshop 3 bot Gelegenheit, sich mit drei unterschiedlichen kommunalen Ansätzen bekannt zu machen, in denen Beschäftigungsförderung mit gesundheitsförderlichen Konzepten verbunden wird.
Am Ende des Tages, der in den Pausen auch Raum für den informellen Austausch ließ, fassten die Moderatoren der Workshops, Frau Rothländer, Frau Mühlpfordt und Herr Koesling von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. (SLfG), die Ergebnisse für das Plenum zusammen.
Arbeit sollte als Tätigkeit, die über Erwerbsarbeit hinausgeht, verstanden werden. Es bedarf Strukturen, die es möglich machen, sinnstiftend und gesellschaftlich integriert tätig zu werden. Zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen gehören im weiteren Sinne auch optimale Nutzung der vorhandenen Strukturen, Kenntnis der Fördermöglichkeiten und Maßnahmen sowie die Information über Angebote untereinander.
Das Resümee ist: Ein regelmäßiger gut vorbereiteter und strukturierter Austausch soll weiter fortgeführt werden. Dazu können jährliche Workshops zum Gesundheitsziel als Plattform für den Ausbau und die Erarbeitung von Handlungskonzepten genutzt werden.
Bei Interesse können Sie die einzelnen Vorträge bei Frau Mühlpfordt (muehlpfordt@psychologie.tu-dresden.de) oder Frau Oehler (elke.oehler@sms.sachsen.de) anfordern.


Veranstalter: Sächsisches Staatsministerium für Soziales
Organisation: Herr Dr. med. Jens Kramer (SMS), Frau Dipl.-Psych. Susann Mühlpfordt (TU Dresden), Frau Elke Oehler (SMS)
Weitere Förderung durch:
- BKK Landesverband Ost
- AOK PLUS - Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen
- Sächsische Landesvereinigung für Gesundeheitsförderung Sachsen




