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Überwachung der Badewasserqualität

Schwimmbäder

In regelmäßigen Abständen kontrollieren die sächsischen Gesundheitsämter die Wasserqualität öffentlicher Beckenbäder. Grundlage ist das »Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen« (Infektionsschutzgesetz) in Verbindung mit der DIN 19643 »Aufbereitung und Desinfektion von Schwimm- und Badebeckenwasser«. Im Rahmen ihrer Überwachung besichtigen die Mitarbeiter der Gesundheitsämter die Anlagen und entnehmen aus jedem Becken eine Wasserprobe, die bakteriologisch und chemisch untersucht wird. Der Betreiber des Bades erhält mit dem Untersuchungsergebnis auch eine entsprechende Beratung über eventuell zu ergreifende Maßnahmen (Veränderungen bei der Aufbereitung des Wassers, erhöhte Frischwasserzufuhr oder ähnliches). Damit wird sichergestellt, dass vom Wasser in Schwimmbädern keine Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgeht.

Badegewässer

Derzeit befinden sich im Freistaat Sachsen über 30 Seen und Talsperren, die bei der Europäischen Kommission als überwachungspflichtige Gewässer - sogenannte »EU-Badegewässer« - gemeldet sind. Bei den EU-Badegewässern handelt es sich um stark durch die Badegäste frequentierte Seen und Talsperren, die in der Regel über eine gute Infrastruktur verfügen und in denen behördlicherseits das Baden ausdrücklich gestattet ist. Diese Gewässer zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Wasserqualität aus. Jährlich werden die zu überwachenden Badegewässer im Sächsischen Amtsblatt bekanntgegeben.

Rechtliche Grundlage für die Überwachung der EU-Badegewässer bildet die »Richtlinie 2006/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung«, die am 24. März 2006 in Kraft getreten ist und damit die bis dahin geltende Richtlinie aus dem Jahr 1976 abgelöst hat. Zur Umsetzung der EU-Richtlinie in Landesrecht wurde in Sachsen am 15. April 2008 die Verordnung über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung (Sächsische Badegewässer-Verordnung – SächsBadegewVO) verabschiedet. Ziel der Überwachung ist die Gewährleistung einer hygienisch unbedenklichen Badewasserqualität sowie eine rechtzeitige Erkennung und Minimierung von potenziellen Gesundheitsrisiken zum Schutz der Badegäste.

Die offizielle Badesaison in Sachsen beginnt in jedem Jahr am 15. Mai und endet am 15. September. In diesem Zeitraum führen die Gesundheitsämter regelmäßige Strandbesichtigungen und Beprobungen der Badegewässer durch. Die mikrobiologischen Untersuchungen der Wasserproben mit der laufenden Bewertung der Badewasserqualität entsprechend den Vorgaben der SächsBadegewVO erfolgen in der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA). Neben der mikrobiologischen Wasserbeschaffenheit werden auch Aufkommen und Vermehrung von Cyanobakterien (Blaualgen) überwacht.

Die Badegewässerüberwachung beinhaltet – neben den regelmäßigen Kontrollen – eine ausführliche Erfassung und Beschreibung aller gewässerrelevanten Daten, die anschließend zu sogenannten Badegewässerprofilen zusammengefasst werden. Die Verpflichtung zur Erstellung der Profile für jedes EU-Gewässer bildet einen der Schwerpunkte der SächsBadegewVO. Aus den Badegewässerprofilen und den aktuellen Überwachungsdaten werden Maßnahmen zur Sicherung beziehungsweise Verbesserung der Badegewässerqualität abgeleitet.

Jährlich werden die Badegewässer von der Europäischen Kommission anhand langfristiger Überwachungsdaten bewertet und anschließend den Qualitätskategorien »ausgezeichnet«, »gut«, »ausreichend« beziehungsweise »mangelhaft« zugeordnet. Die Ergebnisse dieser Bewertung werden in einem zusammenfassenden Bericht veröffentlicht. Die Badegäste können sich sowohl im Internet als auch an der Badestelle über die aktuelle Qualitätseinstufung des jeweiligen Gewässers informieren.

Eine ausführliche Darstellung der sächsischen EU-Badegewässer, Badegewässerprofile sowie die aktuellen Untersuchungsergebnisse finden Sie unter »Weiterführende Informationen«/»Aktuelle Untersuchungsergebnisse der sächsischen EU-Badegewässer«.