1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Daten und Fakten

Daten zur Prävalenz ausgewählter Suchtprobleme in Deutschland und Sachsen

Suchtform Prävalenz in Prozent Anzahl Betroffener in Deutschland Anzahl Betroffener in Sachsen (Hochrechnung)
Alkoholabhängigkeit 3,4 % 1,8 Mio. 85.000
Alkoholmissbrauch 3,1 % 1,6 Mio. 78.000
abhängig von illegalen Drogen darunter vor allem opiat-, kokain-, stimulantien-, cannabisabhängig 0,6 % 320.000 15.000
Tabletten-/ Medikamentenabhängigkeit (vor allem Benzodiazepine) 4,5 % 2,3 Mio. 110.000
Pathologisches Glücksspiel 0,4 % 200.000 10.000
Online-/Mediensucht 1 % 500.000 25.000

Quelle: Suchtbericht 2013 der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren e. V.

Tabak

In Deutschland rauchen circa 26 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (Statistisches Bundesamt 2009). Die Raucherquote liegt bei den Männern bei 30 Prozent, während der entsprechende Anteil in der weiblichen Bevölkerung 17 Prozent ausmacht (ebenda). Ähnliche Zahlen hat das Statistische Landesamt für Sachsen ermittelt.

Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch in den Altersgruppen. In der Gruppe der 25- bis 35-Jährigen rauchen 46 Prozent der Männer und 29 Prozent der Frauen. Demgegenüber sind in der Gruppe der 65- bis unter 75-Jährigen 13 Prozent männliche und 4 Prozent weibliche Raucher. (Statistisches Landesamt Sachsen 2009)

Andererseits zeigt sich in den vergangenen Jahren vor allem in der jüngeren Altersgruppe ein deutlicher Rückgang des Anteils der Raucher. 2011 wurde in der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein neuer historischer Tiefstand erreicht.

Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sterben jährlich zwischen 100.000 und 120.000 Menschen an den direkten Folgen des Rauchens. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums sterben jedes Jahr in Deutschland rund 2.150 Menschen durch Passivrauchen bedingter koronarer Herzkrankheit und über 770 Nichtraucher sterben an einem passivrauch bedingten Schlaganfall.

Bevölkerung 2013 nach Rauchgewohnheiten und Geschlecht (in Prozent)

Merkmal Insgesamt Männlich Weiblich
Insgesamt1) 100 100 100
Nichtraucher 77,3 70,7 83,8
darunter
früher geraucht
16,7 23,1 10,8
nie geraucht 60,2 47,2 72,3
Raucher 22,7 29,3 16,6
gelegentlich 3,9 4,6 3,3
regelmäßig 18,9 24,8 13,3

1) Bevölkerung im Alter ab 15 Jahren mit Auskunft zum Rauchverhalten

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Kamenz, Januar 2015 

Alkohol

Foto: verschwommenes Bild aneinandergereihter Flaschen

alkoholische Getränke
(© Gerd Altmann/pixelio.de)

Etwa 9,5 Millionen Menschen konsumieren in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form - in der Altersgruppe der 18 bis 64jährigen gelten etwa 1,77 Millionen Menschen als alkoholabhängig. Ein Alkoholmissbrauch liegt bei etwa 1,61 Millionen Menschen in Deutschland vor. 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig. Nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie, oft erst viel zu spät, nach 10 bis 15 Jahren einer Abhängigkeit. Aktuelle Angaben der Deutschen Haptstelle gegen die Suchtgefahren beschreiben zu alkoholbezogenen Gesundheitsstörungen und Todesfällen jährlich etwa 74.000 Todesfällen durch Alkoholkonsum allein (26 %) oder durch den Konsum von Tabak und Alkohol bedingt (74 %). 26.673 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren wurden 2012 aufgrund eines akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt.
Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Die erste Konsumerfahrung mit Alkohol machen Jugendliche durchschnittlich mit 14,5 Jahren, den ersten Rausch haben sie mit 15,9 Jahren. Der Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener, die regelmäßig – das heißt mindestens einmal pro Woche – Alkohol trinken ist insgesamt rückläufig und liegt derzeit bei circa 14 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und etwa 40 Prozent der 18- bis 25-Jährigen. Dies bestätigt die Präventionsbemühungen der vergangenen Jahre. Andererseits ist der Anteil der jungen Menschen mit riskantem Konsum oder regelmäßigem Rauschtrinken fast unverändert hoch, so dass zukünftige Präventionsmaßnahmen in diesem Bereich noch verstärkt werden sollten.
Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) »Die Drogenaffinität Jugendlicher in Deutschland 2011«

Medikamente

Neben den legalen Drogen wie Tabak und Alkohol gehört die Medikamentenabhängigkeit zu den meist verbreiteten Suchterkrankungen. Schätzungsweise 1,4 bis 1,5 Mio. Menschen sind abhängig von Medikamenten mit Suchtpotenzial. Besonders Frauen und ältere Menschen sind von dieser »stillen - weil nach außen nicht ohne weiteres erkennbaren - Sucht« betroffen. Etwa 4 bis 5 Prozent aller verordneten Medikamente haben ein Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential, vor allem die Schlaf- und Beruhigungsmittel (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V., DHS). Im Freistaat Sachsen gaben insgesamt 59 Prozent der befragten 18- bis 64-Jährigen an, innerhalb des Jahres mindestans ein psychoaktives Medikament eingenommen zu haben. Schmerzmittel sind im Freistaat Sachsen das am häufigsten eingenommene Präparat (55 Prozent). Weitaus seltener wurden Schlafmittel (6 Prozent), Antidepressiva (4 Prozent) und Beruhigungsmittel (4 Prozent) eingenommen. Quelle: 2. Sächsischer Drogen- und Suchtbericht

Illegale Drogen

Illegale Drogen werden häufiger von jüngeren Menschen konsumiert und mehr von Männern als von Frauen. Laut der aktuellen Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben 7,2 Prozent der 12- bis 17-jährigen bereits Konsumerfahrungen und 0,9 Prozent konsumieren regelmäßig. Unter den 18- bis 25-jährigen haben bereits 39,8 Prozent Erfahrungen mit illegalen Drogen gemacht und 3,7 Prozent konsumieren regelmäßig.

Cannabis ist dabei die Abstand am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland und anderen Ländern Europas. Bei vielen jungen Menschen mit Konsumerfahrung, circa 40 Prozent der 18- bis 25-jährigen (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - BZgA: Drogenaffinitätsstudie), bleibt es beim einmaligen, gelegentlichen oder episodischen Gebrauch.

Neben Cannabis ist in Sachsen vor allem das Methamphetamin, genannt Crystal verbreitet, eine synthetische Droge, die aufputschend wirkt und neben einer schnellen Abhängigkeit viele körperliche und psychische Schäden verursachen kann. Mehr Informationen zur Substanz Crystal finden Sie auf der Internetplattform des Freistaates Sachsen unter www.crystal.sachsen.de.

Suchtähnliche Verhaltensweisen

  • Glücksspiel
    Nach der aktuellen Prävalenzstudie ist bei 0,51 Prozent der Einwohner Deutschlands ein problematisches und bei weiteren 0,49 Prozent ein pathologisches (krankhaftes) Spielverhalten zu erkennen (DHS: Jahrbuch Sucht 2014). Aus den Daten der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren e. V. geht hervor, dass etwa 700 Klienten aufgrund eines »pathologischen Glücksspielverhaltens« betreut werden und etwa 100 Vermittlungen in Therapieangebote erfolgt. Bei etwa 4 Prozent am gesamten Beratungsaufkommen in den sächsischen Suchtberatungsstellen liegt der Anteil des Problembereiches »Pathologisches Glücksspielverhalten« (SLS e. V., 2014)
  • Medienkonsum
    Die aktuelle bundesweite Studie zur Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA-Studie) geht von einer Prävalenz von circa 1 Prozent beziehungsweise von insgesamt 560.000 Menschen in Deutschland aus. Dazu kommen geschätzte 2,5 Millionen Personen mit einem problematischen Internetgebrauch. Das wären hochgerechnet circa 30.000 suchtkranke und 130.000 suchtgefährdete Internetnutzer in Sachsen. Die höchste Prävalenz zeigen 14- bis 16-jährige Jugendliche.
  • Ess-Störungen
    Esstörungen sind psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter. Sie können lebensbedrohlich werden. Aufgrund der hohen Dunkelziffer und der schwierigen diagnostischen Abgrenzung zwischen den verschiedenen Störungen gibt es keine genauen Aussagen über die Verbreitung. Für Frauen wird von einer Lebenszeitprävalanz von 0,5 bis 2 Prozent ausgegangen, Männer sind wesentlich seltener betroffen. (DHS: Jahrbuch Sucht 2012) Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland 2007 (KiGGS-Studie) fand bei 21,9 Prozent der Befragten im Alter von 11 bis 17 Jahren Hinweise auf ein gestörtes Essverhalten.