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Bovines Herpes Virus 1 (BHV1) - Sanierung

Entwicklung der BHV1 - Sanierung in Sachsen

Die Bovine-Herpes-Virus Typ 1-Infektion (BHV1) ist eine Virusinfektion der Rinder. Die Infektion verursacht zwei unterschiedliche Krankheitsbilder. Die Respiratorische Form »Infektiöse Bovine Rhinotracheitis, IBR« verursacht hauptsächlich Symptome in den oberen Atemwege. Die »Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis, IPV« beim weiblichen Rind und die »Infektiöse Balanophostitis« beim Bullen, wird durch Tröpfcheninfektion beim Deckakt übertragen und befällt die unteren Urogenitalorgane. Eine Besonderheit dieser Infektionskrankheit ist, dass ein infiziertes Tier lebenslang Virusträger bleibt.

Die BHV1-Verordnung vom 20. Dezember 2005 regelt die bundesweite Bekämpfung dieser anzeigepflichtigen Tierseuche.

Die Bemühungen zur Sanierung der Rinderbestände im Freistaat Sachsen zeigen Wirkung. 93 Prozent alle Rinder haltenden Betriebe (96 Prozent aller Milch- und Mutterkuhhaltungen inklusive Nachzucht und spezialisierter weiblicher Jungrinderaufzucht sowie 86 Prozent aller Rindermastbetriebe) sind derzeit BHV1-frei, zahlreiche weitere Betriebe befinden sich im Anerkennungsverfahren. Zum 7. Oktober 2013 gibt es im Freistaat Sachsen noch circa 850 Reagenten (Virusträger), davon 99 Prozent in drei Betrieben.

Ziel ist es, diese Tierseuche endgültig zu tilgen und die Anerkennung des gesamten Freistaates Sachsen als BHV1-freie Region im Sinne des Artikels 10 der Richtlinie 64/432/EWG (sogenannter Status »Artikel 10 Gebiet«) zu erlangen.

Die Tilgung der BHV1-Infektion in Sachsen zielt auf eine deutliche und dauerhafte Verbesserung der Rindergesundheit, zu Erleichterungen im Tierhandel und zum Schutz der Region vor Neueinschleppungen des Erregers.
Zwingende Voraussetzungen für die Anerkennung als BHV1- freies Artikel 10 Gebiet sind die Seuchenfreiheit des Gebietes mit einer entsprechenden Überwachung und das Verbot der BHV1-Impfung mit dem daraus resultierenden Einstellungsverbot für geimpfte Tiere. Zur Erfüllung dieser Kriterien und dem damit verbundenen Abschluss der Endsanierung wurde durch die Landesdirektion Sachsen eine Allgemeinverfügung an alle Rinderhalter im Freistaat Sachsen erlassen.

Die Neufassung des Landesprogramms des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz und der Sächsischen Tierseuchenkasse zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 und zur Bekämpfung in BHV1-infizierten Rinderbeständen (BHV1-Landesprogramm) soll dazu dienen, die Sanierung abzuschließen, den Impfausstieg der Bestände ab 1. Januar 2014 zu unterstützen und die Sicherung der BHV1 – Freiheit der anerkannt freien Herden zu überwachen. Das BHV1-Landesprogramm soll die BHV1-Maßnahmen, die auf der BHV1-Verordnung sowie anderen landesrechtlichen Vorschriften basieren, durch betriebsspezifische Festlegungen ergänzen.

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© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz