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Fachtagung »Qualität in der Suchtprävention«

Zur Fachtagung »Qualität in der Suchtprävention« werden ausgewählte Teilnehmer aus den einzelnen Bundesländern persönlich eingeladen. Eine Anmeldung ohne persönliche Einladung ist nicht möglich.

»Qualität in der Suchtprävention« Gemeinsame Fachtagung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz am 2. und 3. Mai 2011 in Dresden

Mit der kontinuierlichen fachlichen Fortentwicklung der Suchtprävention gewinnen die Faktoren Qualität und Wirksamkeit zunehmend an Bedeutung. Im Alltag der Fachkräfte für Suchtprävention äußert sich dies in einem gestiegenen Bedarf an praktikablen Methoden und Instrumenten der Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung. Die im Mai 2009 in Düsseldorf stattgefundene Fachtagung Qualität in der Suchtprävention reagierte auf diesen Bedarf. Sie führte Akteure aus der Praxis der Suchtprävention, die Träger der Maßnahmen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Gesundheitspolitik und der Wissenschaft zusammen. Dadurch wurde es möglich, die Themenbereiche Qualität und Qualitätssicherung von verschiedenen Perspektiven aus zu beleuchten und aktuelle Standards zu diskutieren.

Die diesjährige Fachtagung Qualität in der Suchtprävention in Dresden knüpft inhaltlich an die erste Veranstaltung 2009 an. Ziel ist es nun, einzelne Kernthemen der Qualitätsentwicklung – wie Vernetzung, Wirkungen von suchtpräventiven Maßnahmen, Kommunikation, Methoden der Qualitätssicherung – noch intensiver zu behandeln.

Im Zentrum der Fachtagung stehen Workshops, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Anwendungswissen vermitteln und in denen geeignete Möglichkeiten eines Transfers in das eigene Tätigkeitsfeld erarbeitet werden. Die zweite Fachtagung Qualität in der Suchtprävention ist damit ein weiterer Schritt zur praxisnahen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der Suchtprävention.

Programm

Montag, 2. Mai 2011

13:00 Uhr
Begrüßung
Christine Clauß
Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz

Prof. Dr. Elisabeth Pott
Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Vertreter des BZgA-Länder-Kooperationskreis Suchtprävention

13:45 Uhr
Vortrag »Evidenzbasierte Suchtprävention – Reichweiten und Grenzen«
Hermann Schlömer
Behörde für Schule und Berufsausbildung, Hamburg

14:30 Uhr
Kaffeepause

15:00 – 17:00 Uhr
Workshops I bis VIII: Phase I (mit Pause)

19:00 Uhr
Gemeinsames Abendessen

21:00 Uhr  
Stadtführung (optional)

Dienstag, 3, Mai

9:00 – 12:00 Uhr
Workshops I bis VIII: Phase II (mit Pause) 

12:00 Uhr
Mittagspause

13:00 – 15:00 Uhr
World Café

15:00 Uhr
Resümee – Verabschiedung

Gegen 15:30 Uhr
Ende der Fachtagung

Moderation der Fachtagung:
Peter Lang, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln

BESCHREIBUNG DER WORKSHOPS

Workshop I: Indikatorenentwicklung zur Messung von Wirkung in der Suchtprävention

Henning Borchert, MONITOR – Entwicklung und Beratung, Ronnenberg
Angela Böttcher, Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen, Hannover

Erfolge im Sinne von Wirksamkeit lassen sich in der Suchtprävention schwer bestimmen, da oft ein erheblicher Zeitraum zwischen Intervention und erwünschter Wirkung besteht. Zudem besteht der Erfolg im Ausbleiben - beispielsweise von Substanzkonsum. Indikatoren, die empirisch belastbar und gleichzeitig für Fachkräfte der Suchtprävention praktikabel sind, dienen der Beobachtung und Messung der Zielerreichung.

Der Workshop skizziert den theoretischen Hintergrund und erläutert grundlegende Begriffe und Prinzipien. Die Entwicklung und der Einsatz von Indikatoren werden mit den Workshopteilnehmer/innen gemeinsam erarbeitet und eingeübt. Dabei können Beispiele aus der Praxis der Workshopteilnehmer/innen eingebracht werden.

Workshop II: Indikatorenentwicklung zur Messung von Wirkung in der Suchtprävention

Boris Orth, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Anke Schmidt, Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, wie Erfolge in der Suchtprävention sichtbar gemacht werden können. Ausgangspunkt bilden suchtpräventive Aktivitäten (Maßnahmen, Projekte, Kampagnen etc.), ihre Ziele und Zwischenziele, Methoden zur Messung der Zielerreichung und die Frage, in welchen Zeiträumen welche Ergebnisse erzielt werden können.

Ausgangspunkt sind theoretische Überlegungen darüber, was eine Maßnahme der Suchtprävention bewirken und wie sie wirken soll. Die theoretischen Annahmen beschreiben beispielsweise, wie ein Programm zur Lebenskompetenz die Entwicklung und Stärkung der Fähigkeiten fördern soll, die einen günstigen Einfluss auf späteres Risiko- und Konsumverhalten ausüben. Aus diesen Überlegungen entsteht ein Interventionsmodell, aus dem sich Indikatoren zur Beobachtung und Messung der Zielerreichung ableiten lassen.

Der Workshop skizziert den theoretischen Hintergrund und erläutert grundlegende Begriffe und Prinzipien. Die Entwicklung und der Einsatz von Indikatoren werden mit den Workshopteilnehmern gemeinsam erarbeitet und eingeübt. Dabei können und sollen Beispiele aus der Praxis der Workshopteilnehmer eingebracht werden.

Workshop III: Kommunikation von Qualität und Fachlichkeit in der Prävention - Mit einfachsten Mitteln das Thema Suchtprävention zum Thema machen

Wolfgang Nafroth, pr+kommunikationsberatung, Verden/Berlin

Lesen Sie alle Plakate? Schauen Sie Flyer bis zum letzten Absatz durch? Studieren Sie alle Artikel in der Tageszeitung und natürlich Broschüren, die man ihnen reicht?
Bei der Flut der Informationsangebote ist das im Alltag nicht ganz einfach. Der Workshop stellt Ihnen Instrumente vor, die nicht nur deutlich höhere Wahrscheinlichkeiten erreichen, von BürgerInnen und Bürgern gelesen zu werden und Medien eine Berichterstattung wert zu sein, sie sind auch mit deutlich weniger Aufwand umsetzbar.

Im Workshop werden zunächst gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Erfahrungen mit der Informationspraxis beleuchtet. Es wird verdeutlicht, unter welche Bedingungen Menschen Informationen wahrnehmen, kommunizieren und Texte lesen. Auf dieser Grundlage werden Medien und Aktionen vorgestellt, die besonders geeignet sind, um die Aufmerksamkeit von Menschen zu erreichen. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden einfache Prinzipien strategisch gestufter Informationsarbeit vermittelt sowie geeignete Wege, um diese in der eigenen Arbeit umzusetzen. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit, Ansätze eines eigenen Konzeptes durch Ideen und erste Umsetzungsschritte im Workshop zu erarbeiten.

Workshop IV: Mit wem kommuniziert die Suchtprävention wie? Qualität und Erfahrungswissen selbstbewusst kommunizieren!

Kerstin Jüngling, Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin
Claudia Trefflich, parisat gGmbH, PARITÄTISCHE Akademie Thüringen, Neudietendorf

Die Qualität von Suchtprävention wird durch die Umsetzung der Angebote im Arbeitsalltag der Fachkräfte bestimmt. Diese Qualität muss jedoch ebenso nach außen, gegenüber den Adressaten der suchtpräventiven Aktivitäten, aber auch gegenüber Auftraggebern und Kooperationspartnern kommuniziert werden. Dies dient einerseits dazu, Qualitätskriterien bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen gegenüber den Kooperationspartnern einzufordern. Anderseits ist die Kommunikation von Qualität und Fachlichkeit notwendig, um die eigene, von Professionalität gekennzeichnete Arbeit, in einem vielfältigen und unübersichtlichen Pool von Präventionsangeboten und Anbietern abzugrenzen und öffentlich sichtbar zu machen. Dazu bedarf es des Bewusstseins und selbstsicheren Auftretens hinsichtlich der eigenen Professionalität und Qualität der Arbeit.

Im Workshop werden Arbeitsmodelle der offenen Kommunikation und Kommunikationstheorien kurz dargestellt. Weiterhin werden Beispiele »guter und schlechter Kommunikation« sowie die Erwartungen der unterschiedlichen Adressaten der Suchtprävention besprochen. Die Teilnehmer/innen erhalten die Möglichkeit, eigene Stärken und Verbesserungspotential in ihrer Kommunikation zu entdecken. Ziel des Workshops ist es, Wissen und nützliche Hinweise zu erarbeiten, die sich in die eigene Tätigkeit übertragen lassen.

Workshop V: Vernetzung als sinnvolle Strategie zur Steigerung der Qualität?

Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim an der Ruhr
Gerda Schmieder, Landschaftsverband Rheinland, Köln
Matthias Haug, Suchtbeauftragter des Landkreises Karlsruhe

Die Einführung eines qualitätsgestützten Netzwerksmanagements bietet die Möglichkeit, die kommunale Vernetzung in und zwischen den Arbeitsfeldern zur Prävention des Suchtmittelmissbrauchs systematisch zu entwickeln sowie Kooperations- und Koordinationshemmnisse zu identifizieren und abzubauen. Im Workshop werden die Funktionen von Netzwerken erläutert und gemeinsam mit den Teilnehmer/innen erarbeitet. An beispielhaften Projekten soll aufgezeigt werden, unter welchen Bedingungen Vernetzung in der Suchtprävention die Qualität steigern kann. Ebenso wird erörtert, wodurch Netzwerkarbeit gefördert und/oder erschwert wird.

Workshop VI: Qualität entwickeln in der Gesundheitsförderung bei sozial benachteiligten Menschen mit Suchtproblemen – Erfahrungen aus dem Kooperationsverbund »Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten«

Dr. Frank Lehmann, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Stephan Koesling, Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V., Dresden
Holger Kilian, Gesundheit Berlin-Brandenburg
Susann Mühlpfordt, Technische Universität Dresden, Arbeits- und Organisationspsychologie, Dresden
Friedemann Oettler, Uwe Müller, Landratsamt Bautzen

Zahlreiche Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen sozialem Status und Gesundheit bzw. gesundheitsbezogenem Verhalten. Die Praxis der Prävention und Gesundheitsförderung zeigt oft – überspitzt formuliert –: je höher der Interventionsbedarf einer Zielgruppe ist, desto schwieriger ist es, sie zu erreichen. Trotz dieser Herausforderung sind die Zielgruppengenauigkeit sowie die Konzeptionierung von Maßnahmen und Projekten nach dem tatsächlichen Bedarf wichtige Qualitätsmerkmale. Im Workshop wird die Struktur der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten in Deutschland dargestellt. Zentraler Ansatz für die Breitenwirkung ist der Good Practice-Ansatz, also das Lernen an Beispielen guter Praxis. Die Teilnehmenden erarbeiten sich diesen Qualitätsentwicklungsansatz für ihren jeweiligen Arbeitsalltag in der Suchtprävention

Workshop VII: Qualität von Anfang an - Qualitätsverbesserung durch die Anwendung von »Zielorientierte Projektplanung« (ZOPP)

Elisabeth Krane, Jürgen Töppich, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Christina Schadt, Inga Bensieck, Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin

Zur Zielorientierten Programm- und Kampagnenplanung entwickelte die BZgA das Verfahren ZOPP. Planung, Umsetzung, Evaluation und  Weiterentwicklung der Maßnahmen und Kampagnen werden mit Hilfe von ZOPP angeleitet und gesteuert. Ziel von ZOPP ist, ihre Wirksamkeit zu steigern. Der Workshop gibt einen Überblick über Entstehung, theoretische Grundlagen, Anwendungserfahrungen, Aufwand und Nutzen von ZOPP. Im Mittelpunkt steht die Diskussion eines Anwendungsbeispiels aus der Praxis der Suchtprävention (Na klar…! Fachstelle Berlin) und die gemeinsame Erörterung der Übertragbarkeit (Machbarkeit; Vor- und Nachteile) von ZOPP auf Maßnahmen der Suchtprävention.

Der Workshop skizziert zunächst den theoretischen Hintergrund und erläutert grundlegende Begriffe und Prinzipien von ZOPP. Danach wird der Einsatz des ZOPP-Planungs- und Dokumentationsbogens mit den Workshopteilnehmer/innen entlang des Beispiels »Na Klar…!« gemeinsam erarbeitet und eingeübt. Fragen und Beispiele aus der Praxis werden erwartet und sind erwünscht.

Workshop VIII: QS-Instrumente aus den Ländern – Praktisches Arbeiten mit ZOPP Niedersachsen/Dotsys-Dokumentationssystem der Suchtvorbeugung/QISB Berlin/ »Bausteine zum Qualitätsmanagement in der praktischen Arbeit«, NRW

Ingeborg Holterhoff-Schulte, Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen, Hannover
Christiane Lieb, Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e. V., Hamburg
Carolin Kammin, Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin
Silke Morlang, Landeskoordinierung Suchtvorbeugung NRW, ginko Stiftung für Prävention, Mülheim an der Ruhr

Qualitätssicherungsinstrumente werden in den verschiedenen Bundesländern eingesetzt, dazu wurden bestehende Instrumente abgewandelt und angepasst bzw. eigene Instrumente entwickelt. Mit dem Dokumentationssystem Dot.sys steht außerdem bundesweit allen Fachkräften der Suchtprävention ein einheitliches Dokumentationssystem zur Verfügung.

Im Workshop werden verschiedene Qualitätssicherungsinstrumente, ihr Einsatz in der Praxis und ihr Nutzen für die Arbeit der Fachkräfte vorgestellt. Gemeinsam mit den Teilnehmer/innen wird der Einsatz geübt, so dass die vorgestellten Instrumente in die eigene Arbeit übertragen und praktisch angewendet werden können.

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Ausschnitt vom Deckblatt des Veranstaltungsflyers der Fachtagung »Qualität in der Suchtprävebtion«

© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz