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Gesunde Sachsen

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Gesund aufwachsen

Im Vorfeld des »Sächsischen Bildungsplans - ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte in Krippen, Kindergärten und Horten sowie für Kindertagespflege« wurden Kinder gefragt, was ihnen zum Begriff »Wohlbefinden« und »Sich Wohlfühlen« einfällt. Die Kinder gaben Antworten wie »ich hatte mal Windpocken, aber nun fühle ich mich wieder wohl; wenn ich gesund bin; Spielen ist das Beste, das ist Wohlfühlen. Ich mag mich aber nicht ärgern oder nicht alleine sein, sondern unter Leute; im Kindergarten fühle ich mich wohl.« Diese spontan geäußerten Assoziationen zeigen, dass bereits Kinder die vielschichtigen Dimensionen des Begriffs »Wohlbefinden« kennen, erfahren und Worte dafür finden, ohne je von der umfassenden Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO 1946) - nach der Gesundheit ein »Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens« ist - gehört zu haben. Sowohl im Sächsischen Bildungsplan und in den Handlungsfeldern des Gesundheitsziels »Gesund aufwachsen« spiegelt sich dieses umfassende Verständnis von Gesundheit wider.

Warum dieses Gesundheitsziel?

Die jährlichen Untersuchungen zur Einschulung zeigen, ob unsere Kinder schulfähig sind. Bereits seit einigen Jahren unterstreichen die Untersuchungsergebnisse die Notwendigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden unserer Vorschulkinder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Denn: Kinder sind unsere Zukunft. Sie brauchen gesundheits- und bildungsfördernde Lebenswelten. Entscheidend geprägt und gestaltet werden die Lebenswelten im Vorschulalter von Ihnen - den Eltern und Familien - sowie den Erzieherinnen und Erziehern in Kindertageseinrichtungen. Hier setzt das Gesundheitsziel »Gesund aufwachsen« an.

Die Akteure des Gesundheitsziels »Gesund aufwachsen« haben sich auf sieben Handlungsfelder verständigt. Diese sind: Ernährung, Bewegung, SprachförderungMundgesundheit, Impfschutz, Förderung der Lebenskompetenz und  Erziehergesundheit. Die Handlungsfelder wurden mit Arbeitsgruppen untersetzt, die sich regelmäßig treffen. Sie legen Ziele fest und planen beziehungsweise führen Maßnahmen durch, um das Gesundheitsziel umzusetzen. Die Arbeitsgruppen haben wichtige Fachinformationen und praxisnahe Anregungen zur Umsetzung im Handbuch »Gesund aufwachsen in Sachsen« zusammengetragen.

Schnittstelle und Bindeglied zwischen den fachlich ausgerichteten Arbeitsgruppen des Gesundheitsziels, den Kindertageseinrichtungen, den Kommunen, Gesundheitsämtern und Regionalen Arbeitsgemeinschaften für Gesundheitsförderung ist die Koordinierungsstelle »Gesund aufwachsen«. Sie ist angesiedelt an der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. (SLfG) und sorgt für den Aufbau einer landesweiten und regionalen Vernetzungsstruktur. Die Koordinierungsstelle bietet interessierten Kindertageseinrichtungen ein Audit-Verfahren an, dessen erfolgreiches Durchlaufen mit der Vergabe des Labels »Gesunde Kita« gewürdigt wird.

Koordinierungsstelle »Gesund aufwachsen«

Aufgaben und Ziele der Koordinierungsstelle »Gesund aufwachsen« im Rahmen des Gesundheitszieles »Gesund aufwachsen« sind:

1. Kooperation und Vernetzung

Gesundheitsförderung im Setting Kindertageseinrichtungen wird durch die Koordinierungsstelle »Gesund aufwachsen« fachlich beraten und vernetzt. Den im Prozess beteiligten Personen und Institutionen wird über die Koordinierungsstelle die Möglichkeit geboten, sich an regionalen und landesweiten Arbeitsgruppen, Projekten und Fortbildungsangeboten für Eltern, Erzieherinnen und Erzieher zu beteiligen. So haben bereits über 50 Institutionen des Freistaates Sachsen ihr Interesse an einer Mitarbeit am Gesundheitsziel »Gesund aufwachsen« bekundet und sich in unterschiedlichen Feldern engagiert. Interessierte Institutionen können über die Koordinierungsstelle in die Arbeitsgruppen der sieben Handlungsfelder »Gesund aufwachsen« integriert werden.

2. Transfer und Austausch von Wissen und Informationen

Es gibt über 2.000 Kindertageseinrichtungen in Sachsen. Um diese bei der gesundheitsfördernden Profilbildung zu unterstützen, bedarf es des Auf- und Ausbaus von Service- und Beratungsstrukturen. Der Koordinierungsstelle kommt die Aufgabe zu, Informationen zu sammeln, einen Überblick über die vielfältigen Fortbildungsangebote zu geben und Fortbildungsmaterialien vorzuhalten. Gute Praxisbeispiele öffentlich zu machen und zur Nachahmung anzuregen, ist dabei ein wichtiger Baustein.

Ziel der Koordinierungsstelle »Gesund aufwachsen« ist, die positiven Beispiele von Gesundheitsförderung in sächsischen Kindertageseinrichtungen an interessierte Träger und Kindertageseinrichtungen weiterzuleiten. Dies geschieht in Form von Workshops, Fachtagungen und Veröffentlichungen.

3. Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

Die Qualitätssicherung und Stärkung des Qualitätsmanagements in den Kindertageseinrichtungen werden durch die Koordinierungsstelle unterstützt. Durch das Auditverfahren »Gesunde KiTa« werden in einem ersten Modell zwei Kindertageseinrichtungen bezüglich ihres Engagements für ein »gesundes Aufwachsen« zertifiziert.

Eine Übertragung des Verfahrens auf interessierte Kindertagesstätten wird nach Auswertung des Modellvorhabens in Erwägung gezogen.

Koordinierungsstelle »Gesund aufwachsen«

Silke Meyer - Projektkoordinatorin

Marginalspalte

Weiterführende Informationen

Hier erfahren Sie mehr über die Adipositasprävention im Kindergarten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert Eltern über die Vorsorgeuntersuchungen U1 - U9 und J1 und bietet zahlreiche Infos zum gesunden Aufwachsen von Kindern.

Weitere Infos rund um das Thema »Gesund aufwachsen« finden Sie in unserem Familienportal

© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz