Brustkrebs - Mortalität vermindern, Lebensqualität erhöhen
Im Freistaat Sachsen erkranken gegenwärtig pro Jahr etwa 2 800 Frauen und 20 Männer an Brustkrebs; durchschnittlich 830 Frauen versterben jedes Jahr an Brustkrebs. Die älter werdende Bevölkerung führt dazu, dass die Gesundheitsversorgung zunehmend stärker belastet wird - auch durch die Brustkrebserkrankung: Nach Hochrechnungen (Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung) der Morbidität für Brustkrebs bis 2050 steigen die jährlichen Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner bis dahin um 20 Prozent an. Dieser zu erwartende Anstieg von 20 Prozent gibt auch einen Hinweis auf den notwendigen organisatorischen, personellen und finanziellen Bedarf für die Versorgung von Brustkrebs.
Hier setzt das Gesundheitsziel »Brustkrebs - Mortalität vermindern, Lebensqualität erhöhen« an.
Unter Nutzung und Weiterentwicklung der in Sachsen verfügbaren Strukturen und Ressourcen streben wir eine Verzahnung von Diagnostik, Therapie und Nachsorge einschließlich der Rehabilitation zu einem qualitätsgesicherten und evaluierbaren Verfahren der Brustkrebsbekämpfung an.
Durch die Brustkrebsfrüherkennung soll die Prognose verbessert werden, wenn eine Erkrankung vorliegt. Durch die Untersuchungen sollen u. a. bereits Vorstufen der Erkrankung festgestellt und eine Entstehung von Brustkrebs so verhindert werden. Die Früherkennungsuntersuchungen dienen aber vor allem auch der Feststellung von Brustkrebs im Frühstadium, in dem die Aussichten auf eine komplette Heilung besser sind als bei fortgeschrittenen Tumoren. Von besonderer Bedeutung ist die Früherkennung, wenn Risikofaktoren für Brustkrebs vorliegen, z. B. genetische Faktoren. Zu der Früherkennung im Gesundheitsziel gehört das Mammographie-Screening, das 2007 für Frauen zwischen 50 und 69 Jahre eingeführt wurde. Flankiert wird dieses Screening durch eine breite Informations- und Sensibilisierungsarbeit (vor allem im ländlichen Raum), durch Angebote, in denen die Frauen lernen können, ihre Brüste selbst systematisch zu untersuchen und durch die Untersuchung der Brüste beim Frauenarzt.
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es, die klinischen Krebsregister der sächsischen Tumorzentren zu stärken. Die klinischen Krebsregister tragen maßgeblich zur Qualitätssicherung auf dem Gebiet der Onkologie bei, indem sie ein Bild der Versorgungssituation von Brustkrebs-Patientinnen und anderen Tumorpatienten in der Region und im Freistaat Sachsen liefern. Durch die Erfassung und Darstellung qualitätsrelevanter Ergebnisse soll eine wichtige Basis für die Verbesserung der sächsischen Patientinnen geschaffen werden.
Die psychosoziale und psychoonkologische Begleitung und Unterstützung der von Brustkrebs Betroffenen ist ein weiteres zentrales Anliegen dieses Gesundheitsziels. Anspruch ist das Erreichen einer verbesserten Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Der Fokus liegt hier bei der Nachsorge - ebenso wird die Unterstützung bei Diagnosestellung, während der Behandlung im Brustzentrum und in der Rehabilitation bei Bedarf möglich. Dieses Handlungsfeld wird federführend von der Sächsischen Krebsgesellschaft umgesetzt, wobei sich der große Bedarf an Information und Aufklärung zeigt. Alle Frauen - erkrankt oder nicht erkrankt - sind auf verständliche und evidenzbasierte Informationen angewiesen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können - sowohl für die Wahrnehmung von Angeboten der Früherkennung wie auch in der Mitwirkung bei Behandlungsentscheidungen und in der Suche nach Unterstützungsangeboten. Diesem großen Informationsbedarf wird ein neues - eigenes Handlungsfeld gerecht. Ein Medium der Informationsvermittlung ist eine Internet-Plattform, die von der Sächsischen Krebsgesellschaft eingerichtet wird:


